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Qur’ān & Sunna

 

Bild: Sura 1 Al-Fatiha vom Qur'an

 

Der Qur’an
Der Qur’an ist die Heilige Schirft des Islam, welches  von Allah (swt.) durch den Engel Gabriel (Jibriel), an den Propheten Muhammad (sas.) offenbart wurde. Die Begriffsdefinition des Wortes ‘Qur’an’ (arabisch ‏القرآن‎ al-qurʾān) bedeutet soviel wie ‘die Lesung, Rezitierung, Vortrag’.
Der Qur’an besteht aus  114 Suren,
Autor: Sahih-Islam 

Den Qur’an entdecken

In der »Lailatu-l-qadr (der Nacht der Macht und der Bestimmung)«, des ersten Februars 610 nach der Geburt Jesu (Friede sei auf ihm) im Monat Ramadan, dem neunten Monat des Mondjahres, wurde das Buch des Erhabenen Schöpfers dem Propheten Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm) offenbart.

Die Offenbarung des Qur’an, des Heiligen Buches des Islam, gilt als das wichtigste Ereignis in der Menschheitsgeschichte und wird auch weiterhin ein solches bleiben, bis zum Tage des Jüngsten Gerichts; denn Prophetentum und Herabsendung göttlicher Botschaften haben mit dem Tod des Propheten Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm), dem Letzten aller Propheten und Gesandten, ihr Ende gefunden. Mit einem einzigartigen Mann und großen Propheten in der segensreichen Reihe des Prophetentums begann also die Geschichte des historischen Islam. Und mit der Gnade Allahs, die den Anhängern des Islam Standhaftigkeit und Ausdauer verlieh (und verleiht), bekennen sich heute über eine Milliarde Menschen zum Islam.

Das Heilige Buch, der Qur’an, ist das Wort Allahs; das einzige, das seit seiner Offenbarung unverfälscht und vollkommen erhalten geblieben ist. Kein anderes Buch in der Menschheitsgeschichte wird soviel gelesen, zitiert und auswendig gelernt wie der Qur’an. Es gibt auch kein anderes Buch im menschlichen Dasein, das in gleichem Maße das Leben des einzelnen, der Familie und der Gesellschaft geprägt hat. Und es gibt kein anderes Buch, das die Menschheit jemals gekannt hat, dem Richtigkeit, Glaubwürdigkeit und Treffsicherheit in allen seinen Worten und Aussagen so eigen sind, wie dem Qur’an; denn er ist das vollkommene Werk des Schöpfers.

Der Quran hat viele wunderbare Eigenschaften, die beweisen, dass er eine direkte Offenbarung von Allah ist. Dazu gehören wissenschaftliche Erkenntnisse, die wir erst mit Technologien des 20. Jahrhunderts entdeckt haben, doch sie wurden bereits vor 1400 Jahren im Quran erwähnt.

Äußerungen über den Qur’an
Die Menschheit hat die Rechtleitung Gottes nur über die Vermittlung Seines Wortes durch die Propheten erhalten, die Er auserwählte, damit sie Seinem Willen den Menschen mitteilen. Beide, das Wort Gottes und der Prophet, der es vermittelte, sind untrennbar. Versuche, die unternommen wurden, den Willen Gottes zu erfahren und dabei das Wort Gottes oder den Propheten, der es vermittelte, zu vernachlässigen, sind immer irreführend gewesen. Die Hindus vernachlässigten ihre Propheten und schenkten ihren Büchern die ganze Aufmerksamkeit. Jene Bücher, die sich als bloße Worträtsel herausstellten und die die Hindus schließlich verloren. Ähnlich ging es den Christen. In völliger Mißachtung dem Buch Gottes gegenüber, hafteten sie Jesus die ganze Bedeutung an, und so erhoben sie ihn zur Gottheit. Dadurch verloren sie den reinen Geist des TAUHID (Monotheismus), der in der Bibel enthalten ist.

Tatsache ist, das die wichtigsten vor dem Qur`an existierenden Heiligen Schriften, z.B. das Alte Testament und die Evangelien, lange Zeit nach den Propheten und darüber hinaus in Form von Übersetzungen niedergeschrieben wurden. Der Grund dafür lag darin, daß die Jünger von Moses und Jesus sich nicht bemühten , die Offenbarung zu Lebzeiten ihres Propheten bzw. während er unter ihnen weilte, zu bewahren. Daher besteht die uns heute zur Verfügung stehende Bibel (das Alte und das Neue Testament ) aus der Übersetzung von Erzählungen einzelner Personen von der ursprünglichen Offenbarung. Diese Erzählungen beinhalten Hinzufügungen, und an ihnen wurden Streichungen von den Anhängern des jeweiligen Propheten vorgenommen.

Dagegen ist die letzte und abschließende Offenbarung, der Qur`an, in originaler Form heute noch vorhanden. Gott selbst garantierte seine Bewahrung. Der Qur`an wurde zu Lebzeiten des Propheten Muhammad (a.s.s.) von den Schreibern der Offenbarung auf Palmblättern, Pergament, Holz, Leder, Schulterknochen .. . usw. niedergeschrieben. Darüber hinaus gab es hunderte von den Gefährten des Propheten (a.s.s.), die als “Hafazat al-Qur`an” (die Bewahrer des Qur`an, die ihn auswendig lernten) bekannt waren. Der Prophet Muhammad (a.s.s.) betonte seinerseits, daß er jedes Jahr im Monat Ramadhan eine umfassende Durchsicht und Rezitation des Qur`an in Anwesenheit von Gabriel (a.s.) durchführte. Dies geschah im letzten Jahr seines Lebens zweimal.

Dann beauftragte der erste Kalif ([Stellvertreter]des Propheten – a.s.s.-) Abu Bakr as-Siddiq (r.) einen Schreiber der Offenbarung, Zaid ibn Thaid (r.), mit dem Sammeln des Qur`an, unter der Anwendung von strengen Sicherheitsmaßnahmen. Abu Bakr (r.) bewahrte ihn während seiner Amtsperiode bei sich auf. Bevor er starb, vertraute er ihn Umar ibn alKhattab (r.) an, gab ihn seiner Tochter und Mutter der Gläubigen (so werden die Gattinnen des Propheten Muhammad – a.s.s. – im Qur`an genannt) Hafsah (r.), weil der dritte Kalif zu der Zeit, als Umar (r.) im Sterben lag, noch nicht im Amt war. Aus diesem Originalband fertigte eine Kommission von vier Kopierern mehrere Kopien im Auftrag des dritten Kalifen Uthmann ibn Affan (r.) an. Diese Kopien wurden auf die Länder im islamischen Gebiet verteilt.

Der Qur`an wurde deshalb auf diese präzise Weise bewahrt, weil er als das einzig gültige Buch der Rechtleitung Gottes für die ganze Menschheit und für alle Zeiten bestimmt ist. Deshalb ist er nicht nur an die Araber gerichtet, in deren Sprache er offenbart wurde. Er spricht den Menschen als solches an: ” O Mensch, was hat dich von deinem hochsinnigen Herrn abwendig gemacht.” ( Der Qur`an, 82:6 )

Die Anwendung der qur`anischen Lehren im täglichen Leben des Menschen geschieht nach dem schönen Vorbild, dem Propheten Muhammad (a.s.s.), in der Art und Weise, wie sie von seinen Gefährten, von ihren Nachfolgern und von denen, die sie mit Aufrichtigkeit befolgten, praktiziert wurde. Bezeichnend für die Art und Weise des Qur`an ist, daß seine Vorschriften das allgemeine Wohlergehen des Menschen bezwecken, und daß sie auf dessen Fähigkeiten aufgebaut sind. Die qur`anischen Weisheit ist in allen Dimensionen überzeugend. Weder verurteilt sie den Körper des Menschen oder peinigt sie ihn, noch vernachlässigt sie die Seele. Sie macht weder Gott zum Menschen, noch erhebt sie einen Menschen zur einer Gottheit.

Alles Erschaffene ist in dem Schema der Schöpfung sorgfältig an der Stelle plaziert, wo es hingehört. Diejenigen, die vorgeben, daß Muhammad (a.s.s.) der Urheber des Qur`an sei, behaupten etwas aus vielerlei Gründen etwas Unmögliches. Denn wie könnte er erstens wissenschaftliche Tatsachen im 7. Jahrhundert n.Chr. aussprechen, die kein Mensch seiner Epoche entwickelt haben konnte, und dies mit absoluter Präzision und ohne den geringsten Fehler? Der Qur`an enthält zahlreiche Tatsachen dieser Art, die auf die Macht des erhabenen Schöpfers hinweisen.

Zweitens lebte Muhammad (a.s.s.) vor seiner Berufung vierzig Jahre lang unter seinen Mitmenschen, die von ihm nur Wahrheiten hörten und Aufrichtigkeit erfuhren. Sollte ein solcher Mann plötzlich anfangen, ein Buch zu schreiben, das beispiellos in seinem literarischen Wert ist und eine große Zahl arabischer Dichter und Redner der höchsten Befähigung Gleichwertiges nicht schreiben konnten?

Drittens ist es berechtigt zu sagen, daß Muhammad (a.s.s.), der bei seinen Mitmenschen als AL-AMIN (der Vertrauenswürdige, der Zuverlässige, der Aufrichtige) bekannt war, mit einem unwahren Anspruch hervortreten konnte und dabei tausende von charakterstarken, redlichen und ehrenhaften Männer erziehen würde, die in der Lage waren, die beste menschliche Gesellschaft auf der ganzen Erde zu gründen? Jeder aufrichtige, unbefangene und nach der Wahrheit suchende Mensch wird mit Sicherheit zu der Überzeugung kommen, daß der Qur`an das offenbarte Buch Gottes ist.

Wir liefern an dieser Stelle Meinungen von bedeutenden Gelehrten über den Qur`an, ohne mit allen ihrer Äußerungen einverstanden zu sein. Der Leser kann leicht erkennen, wie die Welt in unserer Zeit hinsichtlich des Qur`an der Realität näher kommt. Wir appellieren an alle aufgeschlossene Gelehrten, den Qur`an im Lichte der obengenannten Punkte zu studieren. Wir sind sicher, daß solche Versuche den Leser davon überzeugen werden, daß der Qur`an niemals von irgendeinem Menschen verfaßt sein kann.

Der Qur`an nimmt zugestandenermaßen eine bedeutende Stellung unter den religiösen Bücher ein. Obwohl er das jüngste der Werke ist, die zu der epochemachenden Literaturklasse zählen, steht er keinem von ihnen nach in der wunderbaren Wirkung, die er auf große Massen ausgeübt hat. Er hat eine fast neue Phase des menschlichen Denkens und ein blühendes Persönlichkeitsmuster geschaffen. Zunächst verwandelte er eine Zahl grundverschiedener Wüstenstämme der arabischen Halbinsel in eine Heldennation. Dann begann er die gewaltigen, politisch-religiösen Organisationen der Muhammedanischen Welt zu schaffen, jene Organisation, die eine der großen Mächte darstellen, mit denen Europa und der Osten rechnen müssen.

Quelle: waytoallah.com
Die Offenbarung und Sammlung des Qur’āns 

Die Offenbarung:
Die Offenbarung des Qur’āns durch den Engel Jibrīl (Gabriel) begann im Monat Rama∞ān und erstreckte sich über einen Zeit-raum von 23 Jahren. Zum Zeitpunkt der ersten Offenbarung war der Prophet Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) 40 Jahre alt.

Für die abschnittsweise Offenbarung des Qur’āns über einen so langen Zeitraum gab es unterschiedliche Gründe, wie z. B. die folgenden:

  • Sie wurden entsprechend den Umständen und Situationen herabgesandt.
  • Die Gefährten des Propheten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) konnten die  einzelnen Verse dadurch leichter auswendig lernen, verstehen und praktisch umsetzen.
  • Die Menschen waren aufmerksam und warteten gespannt auf die nächsten Offenbarungen.
  • Die stufenweise Anpassung der Gesetze Allāhs an die Gegebenheiten, wie beispielsweise das Verbot von Alkohol. Allāh, der Erhabene, weiß am besten über Seine Schöpfung Bescheid und die Menschen können oftmals nur schrittweise von alten Bräuchen und Traditionen ablassen.

Die Offenbarungen wurden von den Menschen also Wort für Wort auswendig gelernt und teilweise auch schriftlich festgehalten von denjenigen, die des Schreibens mächtig waren. Allerdings überwog die mündliche Überlieferung, da das Schreiben unter den Arabern der damaligen Zeit noch nicht weit verbreitet war. Diese waren durch die bei ihnen übliche Dichtkunst mit festem Regelwerk daran gewöhnt, sich auch lange Texte exakt zu merken.

Die Sammlung:
Nach dem Tod des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) wurde Abu Bakr As-Siddīq (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) zum Führer der Gläubigen bestimmt. Auf `Umar ibn al-Hattābs Rat hin ließ Abu Bakr die niedergeschriebenen Verse sammeln, denn in der Schlacht von al-Yamāmah waren einige der Gefährten getötet worden, die den Qur’ān auswendig gelernt hatten. Anschließend lag der Qur’ān vollständig in schriftlicher Form vor, welche sich bis heute nicht im Geringsten von der dem Propheten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) offenbarten Version unterscheidet.

Nach Abu Bakrs Tod verwahrte `Umar ibn al-Hattāb dieses Schriftstück und nach dessen Hinscheiden wiederum seine Tochter Hafsa (möge Allāh mit ihnen allen zufrieden sein).

Als schließlich nach `Umar ibn al-Hattāb `Utmān ibn al-`Affān der dritte Halīf (Führer) der Muslime wurde, breitete sich das islamische Reich immer weiter aus und immer mehr Menschen unterschiedlichster Herkunft nahmen den Islam an, von denen viele der arabischen Sprache nicht mächtig waren. So entstand die Befürchtung, dass es zu Spaltungen innerhalb der Gemeinschaft und einer Verfälschung des Qur’āns kommen könnte. Der Halīf wies daher einige der bekanntesten Qur’āngelehrten von den Gefährten des Propheten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) an, die gesammelten Schriftstücke in einem Buch (Mushaf) zusammenzufassen und die Schreibweise zu ver-einheitlichen. Diese ist bis heute die am häufigsten verwendete Qur’ān-Schrift.

Die Reihenfolge der einzelnen Kapitel (Sura, Plural: Suwar) wurde vom Propheten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht festgelegt, wohl aber die Anordnung der einzelnen Verse innerhalb der Kapitel. Einige der Gelehrten unter den Gefährten des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) einigten sich deshalb auf eine angemessene Abfolge der Kapitel.

Zu beachten ist, dass es den Qur’ān nur auf Arabisch gibt, wie es der Offenbarung entspricht, und auch nur in dieser Sprache sind seine ganze Klarheit und Wortgewalt zu erkennen. Eine Übersetzung – gleich in welche Sprache – kann immer nur einen gewissen Teil seiner Bedeutung wiedergeben und gilt nicht als Qur’ān an sich. Dies ist einer der Gründe, warum jeder Muslim die arabische Sprache so gut wie möglich erlernen sollte.

Nur im Qur’ān ist Allāhs Botschaft an die Menschen unverfälscht erhalten geblieben und wird es auch weiterhin bleiben, alle anderen Offenbarungsschriften wurden nachweislich verändert.

„Wahrlich, Wir Selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein.“
[Sura 15 Al-Higr, 9]

Quelle: Entnommen aus dem Buch: ‘Der edle Qur’an – die ungefähre Bedeutung in der deutschen Sprache’